Dienstag, 20. August 2013
20.08.13 Thema Zuhören wie ein Schwamm


Da ich alleine lebe ergibt sich für mich nicht täglich die Gelegenheit ein ausführliches Gespräch voller Anteilnahme zu führen.

Allerdings führe ich viele Gespräche an meinem Arbeitsplatz, ich betreue unseren Empfang und die Telefonzentrale.

Gleich am Montag hatte ich vor mein neues Projekt aus zu kosten. Meine erste Erkenntnis kam relativ schnell: Es ist schwer die Gewohnheit zu überwinden. Die Routine hilft mir täglich die vielen Telefongespräche so effizient, freundlich und schnell wie möglich zu erledigen.

Und da komme ich zum nächsten Punkt meiner Beobachtungen: Die Menschen, die bei mir anrufen wollen gar kein intensives und mitfühlendes Gespräch haben - zumindest nicht die Mehrzahl. Sie möchten eine freundliche, kompetente Ansprechpartnerin, die ihnen den richtigen Gesprächspartner vermittelt. Ab und zu kommt es vor, dass sich ein Kunde bei mir Luft machen will, weil etwas schief gelaufen ist, aber da bin ich dann meist schon so in meiner Routine gefangen, dass es schwer fällt um zu schalten.

Ich habe die Übung deshalb etwas abgewandelt und achte noch einmal verstärkt darauf das Gespräch mit einer inneren Einstellung der Wertschätzung zu führen. Das mache ich schon lange so, auch weil es große Voreile bringt diesen freundlichen Einstieg ins Gespräch zu finden. Selbst bei kurzen Gesprächen merkt mein Gesprächspartner die ehrliche Freundlichkeit in meiner Stimme. Ich mache jetzt zusätzlich kurz die Augen zu und achte verstärkt darauf wie sich der andere meldet, was er sagt, wie der Tonfall ist usw.

Das stimmt mich selbst noch einmal mehr positiv ein und macht großen Spaß.

Eine weitere Gelegenheit auf Gespräche bietet sich mit den Kollegen an. Eine Kollegin kam aus ihrem Urlaub zurück. Da gab es viel zu berichten, aber da wir nur eine gemeinsame Stunde haben war der Kontext mehr im Bereich schneller Informations- und Meinungsaustausch angesiedelt. Für die anderen Kollegen bleiben leider nur ein paar Minuten bis wir wieder alleine vor uns hin arbeiten.

Ich bin auf die folgenden Tage gespannt und freue mich auf noch mehr kreative Ideen, die mir im Verlauf der Woche einfallen werden ;-)

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Sonntag, 18. August 2013
Generelle Achtsamkeit
Heute habe ich beschlossen von der Stadtmitte aus nach hause zu laufen. Ich liebe es zu gehen, meine Fußsohlen dabei ganz bewusst wahr zu nehmen wie sie abrollen und aufsetzen, die Muskeln der Beine wahr zu nehmen wie sie bei dieser fließende Bewegung spielend ihren Part übernehmen und in einander übergreifen.

Ich blicke nach oben und sehe einen Balkon in einem alten Gebäude. Zwei riesige Sandsteinfiguren umrahmen ihn: Ein muskulöser Mann wendet sich der gegenüber stehenden schönen Frau entgegen. Beide blicken leicht nach unten, auf die Balkonstühle.

Ich stelle mich vor wie es wohl ist auf diesem Balkon zu sitzen. Je nach Stimmung würde ich wahrscheinlich Freundlichkeit oder Feindseeligkeit in den Gesichtern über mir lesen - meine abschließende Überlegung ist, dass ich so etwas lieber nicht auf meinem Balkon haben will.

Ich spüre den Wind an meinen Händen während ich laufe - dort ist, neben Gesicht und Füße, die größte Dichte der Sinnesrezeptoren der Haut.

Mein Geist plappert unablässig und macht mich auf den Duft des Sommerregens aufmerksam. Das Nass liegt noch auf dem Boden und in den Büschen und die Feuchtigkeit trägt eine leichte Süße an meine Naße heran.

Die Rosen am Wegesrand findet meine automatische innere Stimme interessant und fordert mich auf daran zu riechen. Ich tue es - herrlich und mein Geist ist für einen Moment ruhig und zufrieden, nicht ohne mir im nächsten Moment mit zu teilen, dass das jetzt gerade ein Moment der Stille war.

Im Buddhismus wird der Geist manchmal mit einem Äffchen verglichen, das schnell von Ast zu Ast springt und das kann ich bestätigen. Es plappert in einem Fort in meinem Kopf, vorformulierte Sätze für meinen Blog, es wird die Frage erörtert was heute Abend gegessen wird und vieles mehr.

Ich blicke in den Himmel, auch das bringt einige Sekunden ehrfürchtiges Schweigen. Irgendwann biege ich in meine Straße ein und bin fast zu hause. Dort bläßt mir der Wind noch einmal aufmunternd ins Gesicht. Ich mag das gerne und freue mich daran, dass ich während meines Spazierganges einige meiner Blogthemen noch einmal aufgreifen konnte. Ein breiter Schatz an Erfahrungen steht mir durch diese Arbeit zur Verfügung - einige weitere Augenblicke der Wertschätzung machen mich frei und noch glücklicher.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Achtsamkeitsübung KW 34


"Zuhören wie ein Schwamm" benennt Jan Chozen Bays die Achtsamkeitsübung für diese Woche.

Ich kann mir darunter erst mal nicht soviel vorstellen. Das bedeutet den eigenen Geist still zu machen und nur zuhören, eigene Gedanken oder vorformulierte Antworten sollen ganz bewusst beiseite gelassen werden. Erst eine Antwort formulieren wenn danach gefragt wird. Als ich das lese bin ich im Zweifel - mein Geist kommentiert meist automatisch und ohne, dass ich das willentlich steuere - schneller als ich eingreifen kann. Das weiss natürlich auch die Autorin und rät die Gedanken, die unbewusst auf tauchen, wahr zu nehmen wie ein vorbei fahrendes Auto.

"Absorbierendes Zuhören" ist Achtsamkeit in Aktion, das Festhalten eines Kerns der Stille soll helfen mein Gegenüber mit allen Sinnen wahr zu nehmen. Also Inhalt der Worte, aber auch Klang der Stimme, Mimik, Gestik sowie Ausstrahlung meines Gegenübers zu würdigen. Ich bin gespannt was mich diese Herausforderung in der kommenden Woche lehren wird.

Zuhoeren wie ein Schwamm oder anders formuliert: absorbierendes Zuhoeren ist das Thema dieser Woche.
Ich bin voll und ganz dabei und schon sehr gespannt darauf
Mir reicht es mit zu lesen

  view results

Created by glueck-lich on 2013.08.18, 22:56.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


18.08.13 Thema Wind


An einem schwülen Sommertag saß ich in eine stickigen Zugabteil. Eine mongolisch aussehende Familie stieg mit 4 Erwachsenen und 3 Kindern ein. Wir alle litten unter der warmen Luft, besonders diese asiatische Mutter mit ihrem Baby auf dem Schoß. Ich begann nach einer Lösung zu suchen.

Ein freundlicher Zeitgenosse hatte seine ausgelesene Bildzeitung zurück gelassen und in einen Sitz geklemmt. Ich nutzte sie, um mir Luft zuzufächeln. Nach ein paar kurzen Momenten des Überlegens ließ ich Mutter und Kind an meiner Idee teil haben und fächerte beiden, mit den zusammen gefalteten Zeitungsblättern Luft zu. Eine kleine Erleichterung für uns drei. Ich hoffte nur, dass das verschwitzte Baby es vertragen würde, aber beide schien der Windhauch willkommen zu sein. Wir konnten uns nur durch Mimik und Gestik verständigen.

Ein etwas 8 jähriges Mädchen aus der Familie blickte mich dankbar und neugierig an. An der nächsten Haltestelle stieg die ganze Familie aus. Die Achtjährige sprang, nachdem sie bereits ausgestiegen war, wieder in den Zug hinein, um mir kurz ein deutsches "Dankeschön" aus zu sprechen - dann war sie weg und der Zug fuhr weiter.

Aufgrund dieser Geschichte habe ich mir einen Fächer gekauft. Einige meiner Freundinnen nutzen ihn ebenfalls für Hitzewallungen, vor allem im Sommer. Das ist für mich noch kein Thema, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre ich öfter und habe jetzt immer meine Lösung dabei, falls die Luft im Abteil steht und sich nicht bewegen will ;-)

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Freitag, 16. August 2013
16.08.13 Thema Wind


Ob Segeln, Windsurfen, Fliegen, Windkraft und vieles mehr – der Mensch nutzt den Wind in vielen Bereichen. Ich beobachte das majestätische Kreisen von Segelfliegern gerne von meinem Balkon aus.

Manchmal, wenn ich Glück habe, fliegt im Luisenpark ein Storch über mich hinweg. Es macht Spaß das zu beobachten, leider war die Kamera bis jetzt noch nicht schnell genug. Möwen haben nicht nur Spaß in einem Hafen, sondern fliegen auch am Rhein und Neckar – sie lieben es in der Luft zu sein.



Ich sehe wie sie gerne auf einer Stromleitung sitzen, selten sind sie an Land beim Spaziergang zu sehen. Dafür gehen Saatkrähen ausgesprochen gerne spazieren und scheinen sich am Boden sehr wohl zu fühlen. Schon vor einigen Jahren habe ich fest gestellt, dass verschiedene Vogelarten unterschiedliche Elemente bevorzugen.

Enten sieht man z.B. oft am Ufer oder im Nass schwimmen – selten halten sie sich in der Luft auf. Schwäne verlassen kaum das Wasser und unsere Pelikane habe ich noch nie beim Fliegen erwischt. Sie schwimmen gerne und laufen aber auch ab und an mit den Parkbesuchern am Ufer entlang.



Das Luftelement ist für mich tatsächlich etwas ganz besonderes und das Thema in dieser Woche hat mich noch empfänglicher für all die Freunden gemacht, die mit Luftbewegung verbunden sind.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren