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Samstag, 24. August 2013
24.08.2013 Thema Zuhoeren wie ein Schwamm
Am Samstag, 24. Aug 2013 im Topic 'Zuhoeren'

Ein guter Freund erklärt mir mit einem resignierten Gesichtsausdruck, dass er sehr oft gar nichts denkt. Zuhören wie ein Schwamm erscheint ihm leicht. Er weisst mich darauf hin, dass er das eher als einen Fehler betrachtet. Meine lebhafte Beschreibung was in mir vor geht, wenn ich jemanden zuhöre scheint ihm erstrebenswerter.
Wir reden und ich würde zu gerne mal in sein Inneres hinein sehen, denn er hat durchaus einen hellen Kopf auf seinen Schultern. Wie kommt es dann, dass er intelligente Kommentare zu Erzählung parat hat ohne sie zuvor in seinem Gehirn bewusst zu formen? Sie scheinen sich mehr oder weniger blitzschnell ein zu stellen, wenn der Gesprächspartner eine Pause macht.
Oder beobachtet er sein Innenleben nicht genug und übersieht da einiges? Ich habe dieser Erfahrung bei mir gemacht: Auch ich muss mir die Zeit nehmen und mich beobachten, weil ich das schon so routiniert in meinem Inneren handhabe, dass mir gar nicht mehr auffällt wie fix sich in meinem Inneren alles zu Spekulationen, Bilder und Filmen zusammen fügt.
Wir beide sprechen immer wieder über unser Innenleben. Es scheint so zu sein, dass es bei ihm ruhiger und langsamer ist als bei mir, aber ohne Blick in sein und mein Inneres bleibt der Versuch einer Analyse eben immer ein Versuch.
Sicherlich ist das mit dem Zuhören Tagesformabhängig und die Art des Gespräches spielt eine Rolle. Ich hatte diese Woche den Eindruck, dass die kurzen Begrüßungssequenzen am Telefon ein guter Einstieg sind. Wenn ich hier meine Augen kurz schließe und auf Tonfall, Stimmfluss und das Gesagte achte fällt es leichter eine Brücke zu bauen.
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Donnerstag, 22. August 2013
22.08.13 Thema Zuhören wie ein Schwamm
Am Donnerstag, 22. Aug 2013 im Topic 'Zuhoeren'

Nach einem turbulenten Tag treffe ich mich mit einer Freundin. Ich bin voller Eindrücke, Gefühle, Bilder vom Tag. Es will aus mir heraus, ich sprudele meine Worte in den Raum. Meine Freundin hört gelassen zu, stellt Gläser und Getränke auf den Tisch. Ich bin froh und fühle mich wohl - verstanden, gehört gewertschätzt. Es tut gut, so heraus zu lassen was gerade da ist, ohne mich zurück zu halten.
Später sitzen wir gemeinsam auf dem Balkon und ich erzähle von der wöchentlichen Achtsamkeitsübung: "Heute höre ich Dir zu wie ein Schwamm."
Sie lacht: "O.K. ich kann einiges erzählen..."
Ich höre dann doch nicht zu wie ein Schwamm. Wir haben eine liebevolle und wertschätzende Atmosphäre zwischen uns und anstatt mich zurück zu halten äußere ich was kommt. Allerdings beobachte ich meine Gedanken, während wir sprechen. Anders wie im Buch beschrieben bin ich nicht ungeduldig und habe auch keine Formulierung im Kopf während ich zuhöre.
Ich mache mir kleine Stichworte - meist Fragezeichen als eine Art Randnotiz, ich vergleiche das Gesagte mit meinen eigenen Lebenserfahrungen, ich sehe einen Film - nur ungefähr, nicht scharf - und setze ihre Erzählung in eine Szene um, dann läuft blitzschnell eine eigene Erinnerung, in der ich ähnliches erlebt habe, vor meinem inneren Auge ab. Ich rede und der Gesprächsfluss, das Hin und Her zwischen uns läuft ganz natürlich.
Sie möchte, dass ich Teil ihres Lebens bin und ich möchte, dass sie Teil meines Lebens ist. Gibt es etwas schöneres zwischen zwei Menschen? Ich genieße das und fange an den Sinn dieser Übung zu hinterfragen. Sicherlich hat mir das Thema schon ganz viele Erkenntnisse und wertvolle Beobachtungen eingebracht und dafür bin ich sehr dankbar, aber ist es überhaupt Sinnvoll zu zuhören wie ein Schwamm? Oder habe ich einfach bis jetzt noch nicht die richtige Gelegenheit gefunden in der es sinnvoll ist? Möglicherweise habe ich ja auch die Übung missverstanden oder bin noch nicht geübt genug um einen solchen inneren Zustand zu erzeugen oder überhaupt zu kennen?
Fragen über Fragen, aber das Wichtigste ist, dass ich in dieser Woche ganz viel Neues entdeckt und über mich gelernt habe und vor allem: Dass es Spaß macht!

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Mittwoch, 21. August 2013
21.08.13 Thema Zuhoeren wie ein Schwamm
Am Mittwoch, 21. Aug 2013 im Topic 'Zuhoeren'

Heute morgen fahre ich meinen Computer hoch und gebe mein E-Mailpasswort ein: Fehlanzeige - die Software meldet mein Passwort wäre um 22 Uhr geändert worden. Zu dieser Zeit ist sicherlich niemand mehr im Büro!
Unser IT-Spezialist schüttelt sorgenvoll den Kopf, weil ich nicht die einzige Mitarbeiterin mit Passwortproblemen bin. Es scheint systembedingte Schwierigkeiten zu geben.
Auf meinem Schreibtisch liegt eine Nachricht von meiner Kollegin aus der Spätschicht: ‚Herr Martin Müller wird dich anrufen‘. Ich frage mich wieso sie mir das schreibt, er ist Mitarbeiter von uns und kann mich selbstverständlich auch ohne Vorankündigung anrufen...
"Absorbierendes Zuhören" mit innerer Stille in mir - davon kann ich unter diesen Bedingungen nur träumen. Fern ab im buddhistischen Kloster vielleicht...denke ich.
Ich habe viel Erfahrung in Meditations- und Entspannungstechniken. Seit 10 Jahren widme ich die ersten 30-50 Minuten des Tages diesem "Hobby", aber ich habe keine mehrstündigen, täglichen Übungseinheiten.
Hier vergesse ich vor lauter Perfektionismus kurz den Hintergrund solcher Achtsamkeitsübungen: Es geht nicht darum alles ideal um zu setzen. Es geht darum Erfahrungen zu sammeln und zu beobachten. Es geht darum fest zu stellen wie der eigene Geist funktioniert und wie weit ich damit gehen kann.
Allerdings kenne ich diesen Zustand des Zuhörens und Einssein mit dem Gehörten. Es passiert mir mit Musik. Zu Beginn des Jahres habe ich mein Herz für Jazz und Klassik entdeckt. Diese Musik scheint über die Ohren meinen Körper Flügel wachsen zu lassen und der Geist ist erfüllt mit Glück und Frieden. Könnte ich solch einen Zustand ins Gespräch mit hinein tragen wäre die Auswirkung sehr interessant zu beobachten.
Der kleine Hund am Beginn meiner Geschichte zeigt es ohne Worte: Glück liegt auch im Zuhören verborgen.
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