Dienstag, 24. September 2013
24.09.13 Thema „Ungeduld, Geduld, innere Ruhe“
Manchmal schleicht sich die Ungeduld auf leisen Sohlen in mein Leben. Es fällt mir erst bei näherem Hinsehen auf. Mehrmals am Tag wappne ich mich und über mich in Geduld. Zum Beispiel, wenn ein Anrufer kaum zu verstehen ist, weil er so schlecht Deutsch spricht, oder weil die Leitung rauscht. Heute hat eine Anruferin erklärt, unsere Buchhaltung wolle eine Rechnung nicht begleichen. Auf Nachfragen meinerseits stellt sich heraus, dass wir in gar keiner Geschäftsbeziehung zueinander stehen. Unser gemeinsamer Kunde hat diese Firma beauftragt Geräte von uns zu reparieren und gemeint die fällige Rechnung sollten dann wir bezahlen – sie solle einfach bei uns anrufen und uns informieren. Es hat ein wenig gedauert bis mir die Dame geglaubt hat, dass sie sich an ihren Auftraggeber und Geschäftspartner wegen der Rechnung wenden muss und nicht an uns.

Es hat gut getan mich immer wieder auf mein Ziel zu konzentrieren: Innere Ruhe. Tatsächlich beruhigt schon die Absicht. Als zusätzlich Stütze nutze ich meine Emotionale Leitskala (siehe Werkzeuge), die ich nun engmaschiger gefasst habe, so dass ich alle 15 Minuten aufschreiben kann, wo ich mich mit meinen Gefühlen gerade befinde.

Kurz vor Feierabend habe ich mir noch einen Fehler erlaubt und fest gestellt, dass es am Schwierigsten ist mit mir selber Geduld zu üben.



Am Abend mache ich eine kleine Meditation und finde Ruhe bei einem guten Essen und meinen Blumen auf dem Balkon.

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Sonntag, 22. September 2013
Achtsamkeitsübung KW 39
Ungeduld, Geduld, innere Ruhe ist die Trias mit der ich mich in dieser Woche beschäftigen werde. Ich achte auf körperliche Ungeduld, aber auch auf geistige Anzeichen, wenn ich z.B. Zeit einsparen will oder etwas über das "normale Tempo hinaus" beschleunige. Ich werde mich mehrmals am Tag fragen ob meine innere Ruhe in außreichendem Mass vorhanden ist.



Innere Ruhe kultivieren.
Ja, das ist ein wirklich interessantes Thema, ich mache mit.
Mitlesen reicht für mich.

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Created by glueck-lich on 2013.09.22, 20:44.

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22.09.13 Thema "Die Zunge"
Seit einigen Jahren stelle ich fest, dass ich meine Zunge lieber im Mund behalte. Als Kind habe ich sie noch ungeniert nach draußen gestreckt, aber es scheint als Erwachsener nicht mehr angebracht zu sein.



Egal ob Eiscreme, Zuckerwatte, Loli oder anderes, meist stülpe ich meine Lippen verschämt vor, so dass sie nicht zu sehen ist. Und war man als Kind noch stolz auf eine andere Farbgebung der Zunge, durch Brause oder Bonbons, ist es als Erwachsener gar nicht mehr cool solche Details an zu sprechen. Warum eingentlich....?

Inzwischen bin ich mir sicher: Es gäbe zu dem Thema noch einiges zu entdecken, aber die Woche ist vorbei und das nächste spannende Thema wartet auf mich.

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Samstag, 21. September 2013
20.09.13 Generelle Achtsamkeit
In den letzten beiden Tagen bin ich geradezu über dem Boden geschwebt, weil es mir sehr gut ging.

Gestern hat sich eine wütende Kollegin durch unfaires und unbeherrschtes Verhalten unbeliebt gemacht. Ihre ganze heftige Frustration und ihre bitteren, irrationalen Schuldzuweisungen hat sie über mich ausgeschüttet.

Das alles ist zunächst abgeprallt. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Meine Stabilität hat mich selbst verblüfft.

Dennoch arbeitete es leise in mir... Das Pendel schwang hin und her zwischen Wohlgefühl und leisem Zweifel.

Mir ist dabei klar geworden, dass ich mit Argumenten, die keiner Logik folgen, nur schwer umgehen kann. Ich bin für jede sachliche Diskussion zu haben, aber laute Gefühlsausbrüche sind nicht mein Ding. Die anderen Kolleginnen waren emotional viel stärker betroffen als ich – obwohl ich mich in die Schusslinie begeben hatte und sie dadurch weniger abbekommen haben.

Beim Nachdenken fiel mir auf, dass ich mit dem Thema bereits öfter konfrontiert wurde: Irrationales Verhalten, Schuldzuweisungen, wo gar keine Schuld da ist, Gefühlsüberschwang und Unbeherrschtheit, damit konnte ich bisher nicht gut umgehen.

Ich versuchte also tiefer zu schauen. 'Vielleicht eine Chance etwas zu lernen', dachte ich.



Dann wurde mir klar, dass ich mir selbst zwar solche Ausbrüche verbiete, dass ich aber ein Mensch bin und jede Art von Gefühl Teil von mir ist. Ich erlebe jedes Gefühl auch in mir. Es sind ihre und meine, weil wir beide Menschen sind.

Fehler? Sie hat einen Fehler gemacht und ihn dann ungeschickt, für jedermann sichtbar, zu mir hin verschoben. Sie erträgt es nicht Fehler zu machen. Sie ist ein Perfektionist.

Und ich? Ja, ich bin auch einer:
Ich konnte mich innerlich hadern hören:... Sie ist unbeherrscht (und das darf sie nicht). Sie will, dass ich so bin, wie sie mich haben möchte (und dabei sollte sie so sein, wie ich sie haben möchte)...Sie sollte Ihre Gefühle kontrollieren... Sie sollte dieses und jenes für sich tun... Sie sollte mehr sein wie ich und zu guter Letzt: SIE SOLL KEINE FEHLER MACHEN UND WENN, MICH NICHT MIT HINEIN ZIEHEN!!!

Soll sie das wirklich? Wer bin ich, dass ich das verlangen kann?

Und was sind Fehler? Ich mache auch Fehler, wir alle machen Fehler. Sie passieren und der größte Prozentsatz davon ist unabsichtlich. – Fehler gehören zum Leben dazu.

Schön und gut, aber was mache ich mit all diesen Erkenntnissen? Wie gehe ich damit in Zukunft anders, besser um? Wie kann ich es anders sehen. Welches Bild entschärft die Situation für mich?

Am nächsten Morgen kam mir ein lichter Gedanke: Wenn Fehler und Gefühlsausbrüche (ob innerlich oder auch äußerlich ist egal) zum Menschsein dazu gehören, dann könnte man vielleicht sagen, dass sie wie das Wetter sind. Es ist nichts persönliches. Es passiert mir einfach. Ob das nun auf mich alleine beschränkt ist, oder ob von außen an mich heran getragen, ich lasse es durch ziehen – wie das Wetter. Ich bin immer ein wertvoller Mensch, auch wenn es draußen regnet, hagelt, schneit oder blitzt.

Ich finde das ist ein Bild, mit dem sich arbeiten lässt: Fehler und Gefühlsausbrüche wie eine Art Naturereignis sehen, das einfach passiert. Ich nehme sie achtsam wahr und entlasse sie danach aus meinem Geist und meinem Leben – bis sie wieder kommen.

Ja mit dieser Sicht der Dinge kann ich besser leben.

Am nächsten Morgen begegnet mir die Kollegin und sie kichert gut gelaunt und sagt mit einem charmanten Strahlen: „Na, alles Klar?“ – „Ja, jetzt wieder“- „Wieso, war was?“ – „Alles gut!“ Antworte ich, denn ich bin nicht bereit das Thema breit zu treten.

Sie erklärt mir dann ihre Wut. Es ging gar nicht um mich, sondern um unseren Chef. Und ja, ich kann ihre Sicht der Dinge (zum Teil) verstehen. Über die Vorwürfe an meine Adresse sprechen wir nicht. Ihre Haltung macht klar, dass sie selbst auch nie daran geglaubt hat. Möglicherweise hat sie sich aber am Tag zuvor Solidarität erhofft, wo mir keine möglich war.

Das Gewitter ist durch gezogen, jetzt ist der Himmel klar und blau, die Sonne scheint. Das gefällt mir ;-)

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