Donnerstag, 18. September 2014
18.09.14 Thema "Dankbarkeit"
Die Kolleginnen haben mir empfohlen nach hause zu gehen und mich aus zu kurieren, was ich dann auch getan habe.

Schnupfen

Eine dicke Erkältung hat mich müde, erschöpft, aber auch dankbar gemacht. Es ist eine wohltuende Erfahrung im Bett liegen zu können und darauf zu vertrauen, dass der Körper sich erholt. Eine liebe Freundin hat sich angeboten mir ein zu kaufen. Als sie die Sachen vorbei bring meint Sie: „Das geht ja gar nicht, so ein Lärm, wenn Du krank bist!“

Unter mir wüten die Handwerker, weil der ganze Kellerboden aufgerissen wird. Es stimmt etwas mit den Abwasserleitungen nicht. Ich habe die lauten Geräusche einfach fachmännisch umgedeutet in ein angenehmes Rütteln und Brummen, das anzeigt, dass ich nicht alleine bin. Das hilft enorm. Ich konnte schlafen und habe mich sogar über das Rieselgeräusch in meiner Wand amüsiert.

Jetzt nach ein paar Tagen, in denen ich mich erholt habe, stelle ich fest, dass es im Kopf viel stiller ist. Meine Gedanken in der Meditation sind ruhiger und langsamer, was sie besser lenkbar macht. Eine Erklärung habe ich dafür nicht, aber es tut gut so.

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Sonntag, 14. September 2014
14.09.14 Thema "Achtsamkeit"
Vor zwei Jahren äusserte mein Neffe den Berufswunsch "Youtuber". Bis dahin wusste ich gar nicht, dass es so ein Wort gibt, geschweige denn einen Beruf mit dieser Bezeichnung.

Seither kämpft er verbissen darum seinen Berufswunsch weiter auszubauen und würde, wenn die Eltern ihm freie Bahn ließen, wohl eine ansehnliche Anzahl an Stunden im Netz verbringen.

Als ich im Freundeskreis verlauten ließ, dass ich nun einen Blog schreibe musste ich erklären wozu so etwas gut ist und wer um Himmels Willen die Zeit hat (und das Interesse) so etwas zu lesen?

In meiner Generation haben Handy und Computer sich einen festen Platz erobert, aber die Mehrzahl verbindet damit noch eher Pflichtprogramm am Arbeitsplatz. Das "echte Leben" findet man doch eher im Fernsehsessel oder in einem (e)Book.

"Dazu muss man wohl Single sein und sehr einsam". War der Kommentar einer Freundin, als ich ihr erzählte, dass ich meinen Abend damit verbracht habe verschiedene Youtube Videos zum Thema Schminken und Lifestyle an zu sehen.

Die Kritik prallte an mir ab. Ich war Jahrelang vor dem Fernseher und u.a. in Gesellschaft meines Exmannes einsam. Man muss nicht alleinstehend sein, um sich einsam zu fühlen, das ist eine Sache der inneren Einstellung.

Was mir an den neuen Medien gefällt ist, dass man hier viele Menschen trifft, die wertschätzend sind und eine umwerfend positive Ausstrahlung haben. Ich liebe es zu zusehen, wie sie sich über das Produkt XY überschwänglich freuen, weil es endlich mal diese und jene Eigenschaft in einem vereint. Ich freue mich, wenn die junge Frau erklärt, 'früher habe ich es gemocht meine Lippen in starken Tönen zu schminken, dann gab es eine Phase in der das anders war und jetzt (sie zuckt leicht mit den Schultern) ist die Phase wieder zurück'.

Das Leben (und auch mein Innenleben) fließt, ich verändere mich stetig. Leichtigkeit und Flexibilität ist manchmal wichtiger als Kontinuität. Der Spaß am Leben wartet in den alltäglichen Kleinigkeiten auf mich.

Diese Menschen brauchen keinen Philosophiekurs, um wert zu schätzen und achtsam zu sein. Sie haben es wohl nie verlernt. Eine wie ich, die es erst wieder von Neuem erkennen musste, hat nun doppelt Spaß beim Zuschauen.

Bsp.: http://www.youtube.com/watch?v=6SUjyiKn2z8

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Dienstag, 9. September 2014
09.09.14 Thema "Achtsamkeit"
Vor einigen Jahren habe ich beim Gespräch mit einem Freund entdeckt, dass es in seinem Kopf völlig anders zugeht als in meinem. Bis dahin war ich der Meinung Menschen sind weitgehend gleich, was die Art und Weise der inneren Vorgänge anbelangt.



Bei mir jagd ein Gedanke den anderen. Es geht zu wie auf der Autobahn, wenn ich nicht gerade meditiere. Mein Gegenüber erzählte, dass er manchmal über lange Strecken an gar nichts denkt. „Wie, du denkst an nichts? An irgend etwas musst Du doch denken?“ „Nein, oft ist es still in mir.“ Erst wollte ich das gar nicht glauben, aber er neigt nun gar nicht dazu etwas zu behaupten was nicht stimmt.

Meine Ungläubigkeit schlug nach einer Weile in Bewunderung um, denn eben diesen Zustand strebe ich ja mit meinen Meditationsübungen an, aber er versicherte mir, dass er diese Tatsache eher beunruhigend findet und keineswegs Vorteile darin sieht.

Erstaunlich, dass diese inneren Vorgänge so unterschiedlich sind. Zwar bewertet jeder Menschn anders und hat seine eigene Sicht der Dinge, aber dass das „Wie“ ebenfalls so variieren kann fand ich spannend.



Am Wochenende haben wir nochmals über ein ähnliches Thema gesprochen. „Wie erlebt ihr Euch im Traum? Seid ihr immer Mann bzw. Frau? Eine Person oder mehrere?“ Habe ich Freunde gefragt. Bisher bin ich die einzige aller Befragten, die das Geschlecht wechselt. Oft wechsele ich es sogar innerhalb eines Traumes. Ausserdem kann ich in einer Szene mit drei Personen die Perspektive abwechselnd von allen drei einnehmen.

Mir ist klar geworden, dass ich auch ausserhalb meiner Träume ein Mensch bin, der sich in andere hinein versetzt. Während einer Erzählung scanne ich meine Vergangenheit nach ähnlichen Erfahrungen wie das Erzählte ab und versuche zu solch einer Situation Gefühle abzurufen.

Mich interessiert so sehr was im anderen vor geht, dass es zu ähnlichen Phänomenen wie bei einem Kinobesuch kommt. Alles um mich herum tritt in den Hintergrund und ich nehme meine Umgebung ausserhalb des Gespräches kaum noch wahr. Die Gegenwart verschmilzt mit der Phantasie.

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